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Produktionen 2015 / 2016

Tewje

Uraufführung/Auftragswerk Handlungsballett von Richard Wherlock Première: Freitag, 20. November 2015

Tewje muss mit ansehen, wie seine Familie auseinanderbricht und ihm seine Heimat genommen wird. Und doch verliert er nie sein Gottvertrauen und seinen wahrlich unerschütterlichen HumorIn dieserGeschichte, die durch den Musicalerfolg «The Fiddler on the Roof» («Anatevka») populär wurde, wird der untergegangenen Welt des Stetls ein Denkmal gesetzt. Dabei verstellt keine nostalgische Verklärung, keine geschönte Idylle den Blick auf die bittere Lebensrealität des Ostjudentums und die Katastrophen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts drohend am Horizont heraufziehen: Revolutionen, Pogrome, Vertreibungen.

Richard Wherlock greift den Stoff um Scholem Alejchems rührigen Helden aus dessen klassiker der jiddischen Literatur auf und erzählt seine Geschichte tänzerisch nach. Freud, Leid und (Liebes)kummer finden darin ihren Ausdruck ebenso wie das Thema Tradition, das Weitergeben von Überzeugungen, Bräuchen und Sitten, das immer wieder − an jedem Ort und zu jeder historischen Zeit − die Menschen auch zum Sprengen von überkommenden Konventionen veranlasst. Wherlocks zeitgenössischer Tanzstil verbindet sich mit der beschwingten und eingängigen Musik von Olivier Truan, der für den Basler Chefchoreografen eine Auftragskomposition für dessen neues Ballett geschrieben hat. Truan komponiert faszinierende, durch stilistische Offenheit geprägte Weltmusik, die jüdische Musiktraditionen, südeuropäische Folklore mit Jazzimprovisationen und Anleihen aus der abendländischen Klassik zu einem «Contemporary Klezmer» vereint. Das neue Ballett Richard Wherlocks verspricht, zusammen mit dieser mitreissenden Musik, einen betörenden Rausch tänzerischer Virtuosität und überbordender Spielfreude.

Mit freundlicher Unterstützung: Basellandschaftliche Kantonalbank

Sleeping Beauty

Uraufführung Ballett von Alejandro Cerrudo Première, Donnerstag 10. März 2016

Alejandro Cerrudo gestaltet eine ganz eigenständige Version dieser klassischen Ballettliteratur neu und bewahrt dabei das märchenhafte des Dornröschenstoffes. Er lässt uns seiner Heldin in den Schlaf folgen und an ihren Träumen teilhaben. Bei ihm ist Aurora eine junge Frau auf dem Weg zum Erwachsensein, die sich gegen ihre eigenen Dämonen behaupten und sich mit ihrem Unbewussten auseinandersetzen muss. In traumhaften Szenen steht sie grotesken Abbildern ihrer selbst gegenüber und trifft auf surreale Monster. Cerrudo wirft einen modernen, aber nicht minder einfühlsamen Blick auf die Geschichte und setzt den Fokus auf die Wahrnehmung von Zeit und Traum.

Die Geschichte basiert auf dem Märchen von Charles Perrault und erzählt von der jungen Prinzessin Aurora, die, von der bösen Fee Carabosse verflucht, in einen hundertjährigen Schlaf fällt und am Ende vom Prinzen Desiré erlöst wird. Als Ballett bietet es liebevoll gezeichnete Charaktere, die auf der Bühne eine betörende Märchenwelt entfalten können. Bis heute ist «Sleeping Beauty» eines der beliebtesten Ballette seit seiner Entstehung Ende des 19. Jahrhunderts. Immer wieder wagen sich junge Choreografen an diesen altbekannten Stoff und erzählen die Geschichte mit zeitgenössischer Bewegungssprache neu. Der Spanier Alejandro Cerrudo gilt besonders in den USA als einer der bedeutendsten Newcomer unter den Choreografen. Er tanzte u. a. beim Stuttgarter Ballett und am Nederlands Dans Theater 2, bevor er zur Hubbard Street Dance Company wechselte und dort zum Hauschoreografen ernannt wurde. Bereits vierzehn Arbeiten Cerrudos hat das renommierte, in Chicago beheimatete Ensemble, im Repertoire.

Einer der Gründe, warum Cerrudo es immer wieder schafft, sein Publikum zu bezaubern ist seine Bereitschaft, zu träumen und sein unbedingter Wille, diese inneren Bildwelten auf der Bühne in seinen Choreografien umzusetzen. Der Erfolg seiner Arbeit basiert auf dem Ergebnis dieser unbestechlichen kreativen Visionen.

Musik von Peter I. Tschaikowsky, Jean Sibelius, Philip Glass, René Aubry

Mit freundlicher Unterstützuung: Basellandschaftliche Kantonalbank

VORSTELLUNGSDATEN

März 2016
Donnerstag 10.03.2016 18:30 PREMIERE
Montag 14.03.2016 19:30
Mittwoch 16.03.2016 19:30
Freitag 18.03.2016 19:30
Sonntag 20.03.2016 18:30
Dienstag 22.03.2016 19:30

April 2016
Donnerstag 07.04.2016 19:30
Freitag 08.04.2016 19:30
Sonntag 10.04.2016 18:30

Mai 2016
Donnerstag 05.05.2016 18:30

Juni 2016
Sonntag 12.06.2016 16:00
Sonntag 19.06.2016 18:30 DERNIERE

 

Object Present

Schweizer Erstaufführung - Ballettabend in zwei Teilen / Première: Freitag, 20. Mai 2016

OMANCE INVERSE von Itzik Galili

Itzik Galilis «Romance Inverse» ist eine Choreografie, die sowohl die scharf minimalistische Musik Steve Reichs, als auch die dramatisch sinnlichen Rythmen Percossas auf besondere Art beleuchtet. Mit seiner Mischung aus abgehackten und schwingenden Bewegungen beschwört Galili eine hypnotische Energie, in der er mit unserer Wahrnehmung von Körper und Raum spielt. Ein Stück von rastloser und elektrisierender Dynamik.

Itzik Galili wurde in Tel Aviv geboren und gründete, nachdem er in der Bat-Dor Company und der Batsheva Dance Company tanzte, in Amsterdam im Jahr 1991 seine eigene Kompanie Galili Dance. Im Jahr 2009 übernahm er die künstlerische Leitung der Dansgroep Amsterdam und arbeitete an zwei Tanzfilmen (1996: «Come Across» / 2002: «A Sense of Gravity») für das Fernsehen in Grossbritannien und den Niederlanden mit. Seine Arbeiten wurden u.a. vom Bayerischen Staatsballett München, dem Dutch National Ballet, dem Royal Finnish Ballet und dem Nederlands Dans Theater gezeigt.

VIOLET KID von Hofesh Shechter

«Violet Kid» beginnt mit einer Stimme aus dem Off: «Do I talk too much? Maybe if I didn’t talk so much, I’d have more friends?» War das ironisch gemeint? Wohin führt uns sein Stück? Die Tänzerinnen und Tänzer formieren sich zu bedrohlichen Reihen. Unkontrollierte Energie trifft auf verhaltene Kraft. Unvorhersehbare Spannungen und wie von Selbsthass getriebene Protagonisten machen das Stück zu einer äusserst intensiven und grenzüberschreitenden Erfahrung.

Hofesh Shechter lässt hochenergetischen Tanz und kraftvolle Musik aufeinandertreffen. Das Ergebnis sind intensive und atmosphärisch dichte Gesamtkunstwerke, wie komplexe Puzzle aus traurigen, amüsanten und manchmal auch schockierenden Szenen, surreale Bilderketten von zwischenmenschlichen Begegnungen. Der gebürtige Israeli und derzeitiger Associate Artist bei Sadler’s Wells London ist ausserdem Gastdirektor des Brighton Festivals 2014 und war noch vor seiner Tänzerkarriere (u.a. bei der Batsheva Dance Company) als Drummer einer Rockband engagiert.

Mit freundlicher Unterstützung: Basellandschaftliche Kantonalbank